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Osnabrück: Gedenken an den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941

Anlässlich des 80. Jahrestages –Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941- fand unter großer Beteiligung des VVN-BDA, des Vereins Spurensuche Osnabrück e.V., des Bürger*innenvereins Katharinenviertel e.V. sowie der Osnabrücker OMAS gegen Rechts eine Gedenkveranstaltung auf dem Heger Friedhof statt.
Die Bedeutung dieses historischen Ereignisses, das Erinnern an einen Vernichtungskrieg von ungeahnter Brutalität und Menschenverachtung, ist diesen Initiativen und Vereinen in Stadt und Region Osnabrück seit langem bewusst, und auf dem Friedhof erinnern mehrere Grabfelder an Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangene.
Es war eine insgesamt zweistündige Feier mit rund 80 Teilnehmer*innen, die an allen drei Mahnmalen den Beiträgen der verschiedenen Träger aufmerksam folgten. Besonders berührend der erste Halt an der erst vor wenigen Jahren gestalteten Gedenkstätte für die Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus Polen, Russland, den Niederlanden, Frankreich, Italien und der Ukraine. Kinder, die oft nur wenige Stunden, Tage oder Wochen überlebten, wie der Verein Spurensuche herausgefunden hat. Die Namen von über 100 Kindern sind auf drei Stelen verzeichnet. Diese Kinder am Leben zu erhalten, das widersprach dem rassebiologischen Vernichtungskrieg, der als solcher von Anfang an geplant war.
Am Internationalen Gräberfeld wurde besonders auf die Rolle der Wehrmacht in diesem Angriffskrieg verwiesen, auf die Verpflichtung zu „erbarmungsloser Kriegführung“, auf Aussagen wie die des Generalfeldmarschalls von Reichenau, der „die erbarmungslose Ausrottung artfremder Heimtücke und Grausamkeit zur Pflicht jedes Soldaten“ erklärte. Nicht zuletzt wurde am russischen Ehrenfeld auf die große Zahl von Zwangsarbeiter*innenlagern in der Region Osnabrück hingewiesen, auch auf die SS-Baubrigaden und auf das Arbeitserziehungslager Augustaschacht im Landkreis Osnabrück. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung vom deutsch-russischen Chor Wolgawelle.
Es war eine bemerkenswerte Veranstaltung, dazu angetan, der allgemeinen Geschichtsvergessenheit entgegenzuwirken, vor Augen zu führen, dass mehr als die Hälfte der 27 Millionen Opfer in der Sowjetunion Zivilist*innen waren. Auf den Kränzen ist zu lesen:
„Nicht verdrängen und vergessen – vielmehr erinnern und wachsam sein!“
Genau darum geht es!