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"Aktionstag" in Hamburg: Der 8. Mai muss Feiertag werden!

Das "Hamburger Bündnis 8. Mai" lud unter dem Motto "8. Mai - Tag der Befreiung!" zu einem Audiowalk im Gängeviertel ein, einem alten Hamburger Arbeiterbezirk, und zu einer abschließenden Kundgebung. Der Audiowalk führte zu Orten des Widerstandes und der Verfolgung in Hamburg. In Hörspielen, Gedichten und Lesungen war zu erfahren, was an den Orten geschah.

Im Anschluss an den Audiowalk fand eine Kundgebung  vor der Stadthausbrücke statt. Das Stadthaus ist die ehemalige Zentrale der Gestapo in Hamburg. Es war ein Ort der Folter und Verfolgung.  Auf der Abschlusskundgebung sprachen Esther Bejarano und Peggy Parnass. 

 

Link zur Rede von Esther Bejarano

 

Esther Bejarano zusammen in mit Peggy Parnaß in einer Rikscha auf der Veranstaltung.

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Eine ganztägige Veranstaltung führte der "Hamburger Ratschlag für den 8. Mai als Feiertag" auf dem Rathausmarkt durch. Das Bühnenprogramm aus Kunst, Kultur, Wissenschaft und Politik wurde mit einer Podiumsdiskussion am Abend beendet.

 

Musik und Lesungen gehörten zum Programm.

Die Veranstaltung war verknüpft mit anderen zum 8. Mai: Die Rede von Esther Bejarano wurde übertragen, es gab eine Intervieschaltung zu den Omas Gegen Rechts Süd, die auf dem Harburger Rathaus zeitgleich eine Veranstaltung durchgeführt hatten, s.u.

 

 

 

 

 

 

 

Im Bild: das Hip-Hop-Kollektiv "rapfugees"

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Von der Veranstaltung der Omas Gegen Rechts Hamburg-Süd auf dem Harburger Rathausplatz berichtet Maja:

 

Eine Veranstaltung wurde von uns OMAS GEGEN RECHTS Hamburg Süd auf dem Rathausplatz in Harburg organisiert. Durch die großartige Unterstützung des VVN-BdA konnten wir eine kleine Ausstellung arrangieren, in der wir einzelne Personen des Widerstandes zwischen 1933 und 1945 in Harburg und Wilhelmsburg konnten. Das waren u. a. Hans Leipelt, der von der „weißen Rose“ aus München nach Hamburg kam, nachdem dort viele Mitglieder verhaftet worden waren. Felix Plewa, der Flyer mit präparierten Knallköpern z. B. vom Dach des Arbeitsamtes am Großen Schippsee schoss. Oder Karl Nieter, der immer wieder zwischen Kopenhagen und Hamburg pendelte und verbotene Schriften beförderte. 

 

 Ganz besonders am Herzen lagen uns dabei die Frauen, die ihre Männer, Söhne und Brüder im Widerstand nicht nur unterstützt haben. Da wäre z. b. Emma Quest, die Widerstandsgruppen in Wilhelmsburg organisierte. Und Elisabeth Ostermeier, die in Brot verpackte Flugblätter in der Stadt auslieferte. An sie alle wollten wir erinnern und ihr Engagement ehren. Viele von ihnen haben ihr Leben dafür lassen müssen. Das dürfen wir nie vergessen. 

 

Das Buch des VVN-BdA „die anderen“, aus dem die meisten Texte und Bilder für die Ausstellung stammten, wurde vor Ort verkauft und fand guten Absatz. Auf einem weiteren Tisch waren Flyer zum 8. Mai ausgelegt: Texte von OMAS, was ihnen der 8. Mai bedeutet und der Aufruf von Esther Bejarano, den 8. Mai zum Feiertag zu machen, und einiges mehr. 

Zwei junge Musiker der Gruppe Elvado begleiteten die Ausstellung mit Liedern von Widerstandskämpfer*innen, lockten auch damit Menschen an und bekamen verdienten Beifall. Junge Leute von der Sauerkrautfabrik, einem antifaschistischen Kulturzentrum in Harburg, unterstützten mit Technik und halfen beim Auf- und Abbau. Die Stellwände wurden von der Bühnenbaufirma Freyhand GmbH gebracht und aufgebaut. Den Druck der Plakate ermöglichte der AStA der TUHH. Ihnen allen gilt ebenfalls unser Dank. 

 

Wegen der Coronaauflagen mussten alle natürlich Abstand halten und es durften immer nur wenige gleichzeitig an den Wänden stehen. Darum sieht man leider nicht auf den Fotos, dass sich doch viele Menschen für die Texte interessierten. Darüber hinaus ergaben sich viele interessante Gespräche mit den Besucher*innen. Es ist immer wieder interessant, an was sich viele ältere Menschen noch erinnern können und bei solchen Gelegenheiten auch immer wieder gern erzählen. Besonders freut es uns aber, dass sich so viele junge Menschen für die Texte interessierten und auch Fragen stellten. 

 

Bevor die Ausstellung um 14 Uhr wieder abgebaut wurde, gab es noch eine Lifeschaltung zur Veranstaltung auf dem Hamburger Rathausmarkt, bei dem wir unsere kleine Ausstellung vorstellen und erzählen konnten, warum uns dieser Tag so wichtig ist und wir den Aufruf von Esther Bejarano unterstützen. 

 

Maja

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Auch die Omas Gegen Rechts Hamburg-Bergedorf unterstützten die Forderung, dass der 8. Mai Feiertag werden soll. 

 

Eine Lichtprojektion auf das Gebäude der KZ-Gedenkstätte Neuengamme sollte diese Forderung unterstützen. Am Museumsgebäuder Kz-Gedenkstätte erschien am Donnerstag Abend auf dem Mauerwerk ein überdimensionaler Stacheldraht. In den Stacheldraht eingeblockt war die Botschaft "Nie wieder Faschismus!"

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