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Bremen: Gegendemo zur Coronagegnerdemo

Am 7.11. haben sich mehrere OMAS GEGEN RECHTS am Gegenprotest zur „Querdenker“ Kundgebung, die von 14:00 bis 17:00 Uhr auf einem abgesperrten Bereich am Bremer Osterdeich stattfand, beteiligt. Den ca. 100 „Querdenkern“ standen bis zu 200 Gegendemonstranten gegenüber.

Kurzer Exkurs zu den Anhängern der „Querdenker“: Bei ihnen finden sich Menschen jeden Alters und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen. Gemeinsam ist ihnen, dass, sie offen für rechtslastige Verschwörungsideologien sind, ein geschlossenes Weltbild haben, das einfache Antworten auf komplexe Probleme und eindeutige Schuldzuschreibung bietet, wodurch der empfundene Kontrollverlust über ihre Lebenssituation erklärbar wird.

Nach Aufforderung der Polizei, an den Gegenprotest, einen Versammlungsleiter zu benennen, hat Olaf Zimmer (Die Linke) vor Ort eine Spontandemonstration angemeldet.

Die Kundgebung der „Querdenker“ startete mit dem Song „Bitte impft sie nicht“ von der antiemitischen, AfD nahen Band „Die Bandbreite“. Ihr Sänger Wonja fungierte als Alleinunterhalter, Redner und Moderator bei der Bremer Kundgebung. Was die Inhalte der Reden betrifft, möchte ich nur einige wenige Beispiele an NS Relativierung und Bagatellisierung nennen: Impfungen wurden mit Experimenten von Mengele verglichen und die Kontrolle von Haushalten, bzw. die Unverletzlichkeit der Wohnung, mit der Judenverfolgung, konkret mit der Situation von Anne Frank.Gleichzeitig sehen sie sich als die wahren Antifaschisten, Kämpfer für Freiheit, gegen Diktatur und Großkapital: Unser Mittelstand werde ruiniert, das Großkapital, Pharmaindustrie, globale Finanzelite und Großkonzerne profitierten (alle wissen wer gemeint ist).

Vor allem in den Reden einer Hebamme und einer Heilpraktikerin wurde der Kampf für „unsere Kinder“ hervorgehoben, als es z.B. gegen das Impfen mit seinen schrecklichen Nebenwirkungen wie z.B. Autismus ging.Ein Redner (wenn ich mich nicht täusche war es Wojna) forderte die Polizist*innen auf, ihre Masken abzusetzen und Menschen ohne Maske nicht zu kontrollieren.

Aus der Versammlung der "Querdenker" wurde außerdem versucht, Passanten zu erreichen und anzusprechen. Auch OgR wurden angesprochen und auf den Hinweis, doch bitte Abstand zu halten und Mund-Nasenschutz zu tragen, als Nazis bezeichnet.

Die Reden der „Querdenker“ und die Musik wurden durch viel Lärm mit Töpfen/Kochlöffeln, Hupen und Sirenen übertönt. Der Gegenprotest stand außerdem mit Transparenten an der Absperrung zu den „Querdenkern“. Als die Träger*innen versuchten, näher an die Kundgebung heranzukommen, wurden sie von der gegenüberstehenden Polizeikette mit Geschubse zurückgedrängt. Um 16:00 Uhr erklärte der Versammlungsleiter des Gegenprotestes die Versammlung für beendet, die daher laut Polizeidurchsage aufgelöst werden sollte. Daraufhin verließen die ersten den Platz. Für die übrigen wurde eine neue Versammlung angemeldet.

Bisher konnten sich die „Querdenker“ in Bremen meistens ohne großen Gegenprotest versammeln, daher sehe ich in diesem sichtbaren und lauten Gegenprotest vom Samstag in Zeiten von Corona schon einen Erfolg.

Für den 5.12. ist übrigens die nächste „Großdemonstration“ der „Querdenker“ in Bremen angekündigt, für die auch in Leipzig groß mobilisiert wurde.