· 

Bremen: Mahnwache zum Thema „Coronademos“ am 05.09.2020

Am Samstag den 5.9.2020 stellten sich auf den Bremer Domtreppen 29 Omas Gegen Rechts zur Aufklärung über die sog. Hygienedemos, die derzeit in vielen Regionen Deutschlands immer mehr Zulauf bekommen, auf. Gerda Smorra hielt zu Beginn eine aufrüttelnde  Ansprache (s. Anhang) und erklärte, warum es so gefährlich ist, sich der „Anti-Corona- Bewegung“ anzuschließen.
Einige andere Omas gegen Rechts ergriffen nacheinander das Mikrofon, erklärten warum sie sich der Gruppe angeschlossen haben und äußerten ihre Meinung zu diesem Thema.

Ab 14.30Uhr trafen sich noch etwa 20 OMAS im Gartenlokal des Bürgerhauses Weserterrassen zum Nachgespräch und zur Planung zukünftiger Aktionen.

Rede von Gerda Smorra bei der Mahnwache am 5. Sept. 20 (Thema: Anti-Corona-Demos)

 

Liebe Leute, die ihr hier vorbeigeht, bleibt ruhig einen Moment stehen und hört uns zu

 

Wir sind die OMAS GEGEN RECHTS – uns gibt es inzwischen in fast allen deutschen Städten – und auch in Bremen sind wir seit mehr als 2 Jahren unterwegs, bei Demos, bei Mahnwachen wie heute, mit Infoständen auf Märkten, mit Dialogen mit Jugendlichen in Schulen und anderen Einrichtungen und mit Seniorinnen in Altenheimen, um nur einige unserer Aktivitäten zu nennen.

 

Warum tun wir das?? - Wir sind gestandene, lebenserfahrene Frauen – und auch einige Männer gehören zu uns  - die durch ihre Lebensgeschichte als Kriegs- und Nachkriegskinder die Schrecken von Faschismus und Rassismus erfahren haben und jetzt nach so langer Zeit Demokratie überall wieder die Braunen aus allen Ecken kriechen sehen und lautstark auf den Straßen gröhlen sehen. Unser Motto ist : Nie wieder!! Wir sind inzwischen zwar alt, aber auch laut – wir schweigen nicht.

 

Wir sind keine Partei und kein Verein, wir sind eine Bewegung gegen Rechts.

 

Und was uns seit einigen Monaten auf den Nägeln brennt, sind die unheilvollen Anti-Corona Demos, bei denen so unterschiedliche Menschen wie Esotherik – Anhängerinnen, Alt-Hippies, Verschwörungstheoriker, Leute aus der Mitte der Gesellschaft zusammen mit Rechtsradikalen, AfD, Identitären, Reichsbürgern durch die Städte marschieren – in Berlin waren es letzte Woche 32000.  Gut, das sind angesichts von 86 Millionen eine Minderheit – aber wer unsere Geschichte kennt, weiß, dass es immer mit einer Minderheit beginnt.

 

Und - ich zitiere aus einem Kommentar von Andreas Grosse - diese Minderheit forderte letzten Samstag in Berlin, frei und laut, dass sie endlich wieder frei sein können und laut sagen dürfen, was sie denken – was ihnen ja auch durch unsere demokratische Verfassung zugebilligt wurde.

 

 Die wohl meisten Demonstranten forderten im Namen der Gesundheit, dass die Gesundheitsschutzmaßnahmen komplett zurückgenommen werden müssen, marschierten ohne Abstand und Maske und gefährdeten damit ihre Mitmenschen.

 

 Zahlreiche Demonstranten forderten im Namen der Freiheit, dass ab sofort individuelle Freiheitsrechte höher bewertet werden müssen als gesellschaftliche Verantwortung für und mitmenschliche Solidarität mit Schwächeren.

 

- Manche Demonstranten forderten im Namen der Demokratie, dass Merkel und ihre demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt gejagt und eingesperrt werden.

 

- Es gab auch Demonstranten, die forderten im Namen der Wahrheit, endlich auch alternative Fakten anzuerkennen, dass zum Beispiel Bill Gates uns alle chippen will und dass das schon in der Johannes-Offenbarung steht usw.

 

- Dann gab es Demonstranten, die forderten im Namen der Meinungsfreiheit, die von ihnen so genannte Mainstream-Presse zu verbieten und den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk abzuschaffen.

 

- Vereinzelte Demonstranten forderten, wahrscheinlich im Namen des Friedens, Berlin und den Bundestag zu stürmen, notfalls auch mit Gewalt.

 

Dazu gab es Impfgegner, die gegen einen Impfstoff protestierten, den es noch gar nicht gibt, es gab sogenannte Reichsbürger, die behaupten, innerhalb einer BRD-GmbH zu leben und die mit Fahnen des Deutschen Kaiserreichs herumliefen, es gab Q-Anon-Verschwörungsanhänger, die nach dem amerikanischen Präsidenten Trump riefen, er möge endlich kommen und Deutschland befreien, andere oder vielleicht auch die gleichen Leute riefen nach dem russischen Präsidenten Putin, er möge die russische Demokratie nach Deutschland bringen.  Dazwischen gab es Vertreter der AfD, die, sobald es nur die Regierung betrifft, konsequent dagegen sind. Daneben feierten Hippies und Raver mit entsprechender Musik, Yogis und Gurus beschworen lächelnd den Weltfrieden, Mamas und Papas beklagten die Ungerechtigkeiten dieser Welt, unter denen ganz besonders die Deutschen so sehr zu leiden hätten, weil die ganze Welt ein Virus bekämpft, welches es ihrer Meinung nach gar nicht gibt. Oder wenn doch, dann total ungefährlich ist.

 

Wir OMAS GEGEN RECHTS rufen dazu auf, sich auf keinen Fall diesen Anticorona- oder Hygienedemos anzuschließen, die immer auch von rechtsextremen Gruppen angemeldet werden und unterwandert sind.

 

Liebe Leute, erkennt, welche gefährliche Mischung hier auf unseren Straßen marschiert – demnächst in Hannover, dann in Konstanz.

 

Schließt euch denen auf keinen Fall an!

 

Wir OMAS werden nicht müde werden, dagegen an zu kämpfen!