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Altona Vier - Kundgebung zur Erinnerung an den Altonaer Blutsonntag

 

17.Juli 1932

Die SA führt mit etwa 7.000 uniformierten SA-Leuten einen Aufmarsch in der Altonaer Altstadt, dem "roten Altona" durch.

 

Schon die Genehmigung des Aufmarsches ist eine Provokation.

 

Am Ende des Tages sind etwa 5.000 Polizeikugeln abgefeuert,

18 Menschen sind erschossen worden, etwa 90 verhaftet.

 

 

01.08.1933

Vier der Verhafteten werden auf dem Hof des Gerichtes mit dem Fallbeil hingerichtet.

 

Es sind Bruno Tesch, Walter Möller, Karl Wolff und August Lütgens, alle vier Kommunisten.

 

 

 

Es waren dies die ersten "politisch gewollten" Hinrichtungen im Dritten Reich. Weitere zwölf Angeklagte wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Insgesamt fanden sechs Prozesse zum Altonaer Blutsonntag statt.

 

Zur Geschichte gehört auch, dass es erst 1992 eine gerichtliche Aufarbeitung gab: Die Todesurteile wurden aufgehoben, die Hingerichteten als Opfer des Nazi-Regimes rehabilitiert. Die Todesschützen der Polizei sind nie identifiziert worden. Einige der anderen Urteile haben auch heute noch Bestand.

 

 

Zu der Kundgebung am damaligen Ort der Hinrichtung hinter dem Amtsgericht Altona hatte der VVN-BdA unter dem Motto aufgerufen: "Wir erinnern an die Altona Vier - Wir erinnern an die Kraft der Solidarität".

 

Wir haben uns darüber gefreut, wie viele junge Menschen dem Aufruf gefolgt waren und sich an der Durchführung der Veranstaltung beteiligt haben. Einige von ihnen gehörten zu einer Initiative für ein neues Stadtteil- und Jugendzentrum, das nach einem der Hingerichteten den Namen "Das Tesch" erhalten soll.

 

In den Wortbeiträgen wurde an die geschichtlichen Ereignisse erinnert. Man kann heute beim Blick in diesen Teil der deutschen Geschichte nicht daran vorbeisehen: es gibt Parallelen, es gibt Entwicklungen, die vergleichbar und bedrohlich sind und die Angst machen. Veranstaltungen wie die heutige sollen und müssen die Erinnerung wachhalten und können dazu beitragen, die Wachsamkeit gegenüber demokratiefeindlichen und rechtsradikalen Bedrohungen zu stärken.

 

Musikalisch wurde das Programm mit politischen Liedern begleitet - von einem Trio, das sich spontan zu diesem Anlass gefunden hatte.

 

Obwohl wir Veranstaltungsteilnehmer Bella Ciao nur haben mitsummen können, war diese Veranstaltung ein Mutmacher! Wir werden unsere Lieder über die Kraft der Solidarität wieder laut singen!

 

Danke an den VVN-BdA und alle, die die Erinnerung und die Geschichte vor dem Vergessen bewahren!

 

Noch ein Hinweis: Die Arbeit des VVN/BdA ist in großer Gefahr! Dem Verband droht der Entzug der Gemeinnützigkeit. Mehr Informationen hierzu auf der Seite des VVN-BdA  und auf der Seite der Petition gegen den Entzug der Gemeinnützigkeit.

 

Biggi und Reinhard