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Gedenken an jüdische Zwangsarbeiterinnen in Hamburg Süd

Am 17.04.20 trafen wir uns mit 6 OMAS der Gruppe Hamburg Süd an der Gedenktafel beim Ortsamt, um der jüdischen Frauen zu gedenken und Steine niederzulegen. Anschließend besuchten wir noch den Ort, an dem das Barackenlager gestanden hat. Auch hier steht ein Gedenkstein, der leider immer wieder Vandalen zum Opfer fällt. Wir waren froh, dass er bei unserem Besuch wieder sauber war. Es gab schöne Gespräche, einige erzählten von ihren Erinnerungen an diesen Ort.

 

Bis zum Ende der sechziger Jahre standen in Neugraben sogenannte „Plattenhäuser“ für ausgebombte Hamburger Familien. Für den Bau dieser Häuser, der Straßen und der Wasserleitungen wurden neben Kriegsgefangenen auch Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme eingesetzt.

500 jüdische Frauen kamen nach langjährigem Aufenthalt in anderen Konzentrationslagern, zuletzt in Auschwitz – Birkenau über das Lager Dessauer Ufer in das Außenlager Neugraben des KZ Neuengamme.

Von September 1944 bis Februar 1945 waren diese Frauen im „Barackenlager am Falkenbergsweg“ untergebracht und mussten für örtliche Bauunternehmen lebensgefährliche Zwangsarbeit leisten. Sie wurden auch zu Aufräumungsarbeiten nach Bombenangriffen in Harburg und Neugraben herangezogen.

Die Überlebenden wurden im Februar 1945 in das Lager Tiefstack, und von dort in das Konzentrationslager Bergen-Belsen gebracht. Bis zur Befreiung des Lagers durch englische Truppen – am 15. April 1945 und danach – starben viele der Frauen an den Folgen der Haft, der mangelnden Ernährung und der Zwangsarbeit.