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Festival am Kleinen Strand Kiel

 

 

In Kiel trieben Rechtsextreme an einem kleinen Strand lange Zeit ihr Unwesen. Doch eine Gruppe engagierter Jugendlicher wollte nicht tatenlos zusehen. Mit Unterstützung der "Amadeu Antonio Stiftung" stellten sie ein buntes Programm zusammen, um den Ort wieder mit nicht-rechter Kultur zu beleben.

Es trafen sich vor Jahren regelmäßig Neonazis am Skagerrakufer in Kiel, um Partys mit rechtsextremer Musik zu feiern und rechte Aktivitäten zu planen. Gewalt blieb dabei nicht aus: mehrmals war der ortsansässige Kebab-Laden Ziel ihrer rassistischen und menschenverachtenden Attacken.

Um den Neonazis keinen Raum für ihre Ideologie und Vorhaben zu lassen, veranstaltet der junge Verein Anstatt e.V. in Kiel seit Jahren das »Festival am kleinen Strand«. Die "Amadeu Antonio Stiftung" unterstützt sie in ihrem Vorhaben.

 

 

 

"Angefangen hat das Ganze damit, dass Rechtsextreme CD’s mit Nazi-Musik an Kieler Schulen verteilt haben. Da sowas nicht klar geht, haben wir deren Idee geklaut und coole CD’s mit cooler Musik gegen Nazis an Schulen verteilt«, erklären die Engagierten des Anstatt e.V..

Auch in diesem Jahr war es Ende August wieder soweit: am Skagerrakufer wurde es bunt, laut und tanzbar. Diverse Bands aus unterschiedlichen Musikgenres hatten sich nicht lange bitten lassen, mit allen interessierten Besucherinnen und Besuchern einen unvergesslichen Tag ohne rechtsextremes Gedankengut und Pöbeleien zu feiern.

(Text übernommen und aktualisiert aus https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/angstzonen-aufbrechen-1-7867/)

 

Faszinierend, wie ich finde! Es schließen sich Bürger zusammen und stellen etwas total Positives gegen etwas total Negatives auf die Beine! Weit über die Grenzen Kiels ist dieses Festival mit "Woodstockcharakter"

(Kieler Nachrichten 2016: https://www.kn-online.de/Nachrichten/Kultur/Blitz-Kritik-5.-Festival-am-kleinen-Strand) bekannt.

 

In diesem Jahr waren die "Omas gegen Rechts aus Kiel", zusammen mit den Gruppierungen des " Runden Tisches Kiel" und des "Runden Tisches gegen rechte Ecken Pries-Friedrichsdorf" zum ersten Mal mit von der Partie.

 

Alle Geneartionen waren vertreten. Es wurde gebadet, Musik gemacht und gehört, Kaffee, Wasser, Saft, Bier, Wurst und Kuchen geschmaust, geschnackt, gelacht, geplant und erinnert. Eine wunderbar friedliche Stimmung lag über dem Gelände, mit seinen schattenwerfenden Linden, dem kleinen Strand mit fröhlichen Kindern und Booten, die in der Bucht ankerten.

 

 

 

Eine alte Lehrerin aus Friedrichsort hat auf ihrem Tisch eine Mappe mit Fotos liegen, die zeigen, wo die Rechten ihr Unwesen im Ort getrieben hatten. Daneben ein Kinderbuch, dass erklärt, wie doof die Nazis sind. Gute Bücher zum Thema liegen aus. Die Lehrerin Marlis ist eine Oma gegen rechts. Sie reicht Schälchen mit Mirabellen herum. "Hab ich eben noch schnell gepflückt, für euch", sagt sie.

 

Fahrradfahren geht noch prima und in ihrer Satteltasche klemmt das Omaschild. Kinder hüpfen herum . Eine kleine Kielerin mit Schwimmweste , nassen Haaren und Nacktposchi rennt vor ihrer Oma weg, flux zum Dosenwerfen und schneller , als alle gucken können, schnappt sie sich den handgefertigten Ball und haut alle Dosen weg, die aufgetürmt auf einem Tischen bereit standen.

 

Ein alter Herr im Rollstühl knabbert begeistert seine Süßkartoffel-Pommes und guckt dem fröhlichen Treiben zu.

 

Immer wieder finden sich bekannte und unbekannte Gesichter am Oma-Tisch ein und es wird geplaudert, Buttons und Flyer, die neuen Oma-Schirmchen verteilt und Adressen getauscht. Weiter hinten sitzen junge Leute im Gras und lauschen den Klängen der Bands auf der Bühne und am Rand stehen jene, die zum Rhythmus der Musik die Hüften schwingen.

Die Omas wollten Esther Bejarano hören und erleben. Leider fehlt sie an diesem schönen Tag, sie mußte ins Krankenhaus. Jedoch ihr Sohn Joram und Kutlu von "Microphone Mafia" bekommen das ganz prima ohne Muttern hin, die heute ihre Auszeit brauchte. Von einem Band wird hin und wieder die Musik mit Esthers Stimme begleitet.

 

Wie schön buntes Treiben und Miteinander sein und wie wertvoll Engagement von Bürgern sein kann,

 

zeigt dieses "Festival am kleinen Strand" in Friedrichsort!

 

Wir sagen DANKE und im nächsten Jahr sind wir wieder dabei, wenn es heißt:

 

"No Nation, just People - Solidarität ist diue Alternative!"

 

 Gudrun - von den Omas gegen rechts in Kiel