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Aufgeschlossen, anregend, diskussionsfreudig - Einladung der OMAS GEGEN RECHTS in St. Remberti!

So interessiert, offen und diskussionsgewöhnt habe ich noch keine Gruppe zwischen 80 und 100 Jahren erlebt - Bewohnerinnen und Bewohner des historischen St. Remberti - Stifts "im Herzen Bremens" - eine wirkliche Begegnung !

Sie hatten uns Omas gegen Rechts eingeladen, weil sie von uns im Weser Kurier, in butenunbinnen, auf RTL, im WDR positive Presseberichte gelesen und gehört haben. Plakate auf Demos gegen Rechts fielen in schwarz-weißen Lettern "Omas gegen Rechts" im Fernsehen und sogar zwischen den Jugendlichen der Freitagsdemonstrationen auf. Aufmerksam und aktiv hörte das Publikum den mit Bildern und beispielhaften Aktivitäten untermauerten Informationen Gerda Smorras (Gründerin der Bremer Gruppe und Mitbegründerin der Deutschland-Bewegung) zu, und auch die Technik funktionierte dank Marion Bonk (weitere Admina der Bremer Gruppe ) und Beamer auch sehr gut und veranschaulichten die Entwicklung der Bewegung seit Mai 2018 der Omas gegen Rechts in Bremen bis heute als Vernetzungs-, Informations- und Aktionsbündnis.

 Geráde jetzt zu den Europawahlen am 26. Mai 2019 geben wir als Unparteiische keine Partei- Empfehlungen aus, sondern sagen "Leute, geht wählen" ! Wir planen im EuropaPunkt der Bremischen Bürgerschaft mit das Europafest am 9. Mai auf dem Bremer Marktplatz. "Wir geben keine Parolen aus - wir führen Gespräche mit Menschen, auf Märkten, in Schulen, jetzt das erste Mal hier mit Ihnen - und wir singen !" Das "Oma - Lied" kam an. Der Refrain "Omas Omas, uns braucht das ganze Land, wir kämpfen für die Kinder und leisten Widerstand" wurde verstanden und es wurde anhaltend geklatscht. Zwar meldeten sich Opas, die dazu gehören möchten - sie sind genauso wie Kinder und Enkelkinder willkommen - "Omas" sei eine Haltung und auch das wurde verstanden. In der lebendigen Diskussion wurden die unterschiedlichen Wahrnehmungen einer Kriegs- und Nachkriegsgeneration mit eigenen Erlebnissen und Erfahrungen sichtbar, die jeder in irgendeiner Weise im Gepäck mit sich trägt als Hemmnis, als Schmerz, als zurückhaltende Erinnerung, als offene Frage. Denken die einen an Trümmerfelder als "Abenteuerspielplatz besonders für die Jungs", haben andere posttraumatische Erinnerungen an Bunker, Bomben, Feuer und Hunger. "Das alles wollen wir Älteren den Jüngeren ersparen - Ihnen, die Krieg und Zerstörung einzig und irreal aus dem Fernsehen kennen, oder als Spielfilm, als nicht reale Welt, aber wir als Zeitzeugen wissen, was Krieg und die Folgen bedeutet". Die einen wollten reden, andere schwiegen, aber alle waren sich einig, im NIE WIEDER Faschismus, Rassismus, Nationalismus und zu Themen gegen Rechts: Wohnungsnot, Altersarmut, Klimaschutz, Ungleichbehandlung von Mann und Frau. Für Frieden, für Gleichberechtigung, für Internationale Beziehungen, für Freiheit, für eine offene Gesellschaft - so fasste es ein Teilnehmer in der Umkehrung zusammen. Nicht als Einzelpersonen sind wir stark sondern nur gemeinsam aus unserer Isolation. "Alt sein heißt nicht stumm sein. Deshalb reden wir mit." Die Diskussion zeigte, dass der Funke übergesprungen war und die Fackel weiter gegeben wird an die Bewohnerinnen und Bewohner, deren Kinder und Enkelkinder - an die zukünftige Generation - und vielleicht treffen wir die eine oder den anderen bei zukünftigen Aktivitäten wieder analog auf dem M arktplatz, in der Innenstadt, oder digital im Netz. Aber wahrscheinlich eher nicht-Denn deutlich wurde auch, wie sehr die Bewohner*innen als Kriegskinder und Kriegsjugendliche unter Ängsten litten, auch heute noch unter diesen Ängsten leiden. Ihre Schilderungen waren sehr bewegend. Auch ihre Ohnmacht, aufgrund körperlicher Verfassung und/oder finanzieller Schwierigkeiten sich nicht in der Lage sehen, sich uns OMAS anzuschließen, obwohl sie das gern würden, war für uns sehr berührend. Danke an Matthias, der diese Diskussion mit uns angeregt und organisiert hat. Wir OMAS GEGEN RECHTS wünschen uns neben all unseren anderen Aktivitäten gerade auch die Kommunikation mit noch älteren OMAS als uns. Im Mai sind wir im Borgfelder Seniorenheim.

 Barbara M.